Leutenbacher Kirchturm

Zeichen lebendiger Ökumene

Seit dem Jahr 2000 haben die katholische und evangelische Kirchengemeinden Leutenbach einen ökumenischen Kirchturm.

Dem Bau gingen langjährige Planungen und Verhandlungen voraus. Bereits im August 1978 gab es einen ersten Schriftverkehr zwischen den Kirchengemeinden und den Kirchenleitungen.

1993 unternahmen dann die Kirchengemeinderäte beider Gemeinden Kirchturm-Besichtigungsfahrten. Im März 1994 lagen erste Pläne vor und im selben Jahr wurde in einer gemeinsamen Sitzung ein 5-stimmiges Geläut beschlossen.

Dazu steuerten die katholische Kirchengemeinde mit der 700 kg schweren „Domenica“ die größte Glocke bei. Ebenfalls neu gegossen wurde die Taufglocke. Die drei Glocken  der evangelischen Kirchengemeinde hingen nach dem Abbruch der Bernharduskirche in einem provisorischen Glockenträger. Die älteste, die „Kreuzglocke“, ist aus dem Jahre 1626. An ihrer Seite hängt die „Zeichenglocke“ aus dem Jahr 1949 und die „Betglocke“ aus dem Jahre 1972. Letztere läutet zu den Gebetszeiten. Im März 2000 konnten die Glocken endlich im neuen Kirchturm aufgezogen werden. Am Samstagabend läuten die Glocken gemeinsam den Sonntag ein, an den Sonntagen die Gottesdienste.

Eine spannende Diskussion während der Planungen war die Frage, ob Kreuz oder Hahn auf den Kirchturm kommen. Auch hier wurden in gemeinsamen Sitzungen verschiedene Entwürfe diskutiert. Wie sie heute sehen können, haben sich die Verantwortlichen für die beiden, für unseren Glauben wichtigen Symbole Kreuz und Hahn entschieden. Das Kreuz ruft uns in die Nachfolge Jesu Christi.

Der Hahn erinnert an das Wächteramt der Kirche. Es besteht darin, heute im Alltag dieser Welt  die biblische Botschaft nicht zu verleugnen.

Und noch eines zeichnet den ökumenischen Kirchturm aus: Das sind die bunten Metallrohre.  Sie sind zum einen in den Farben des Kirchenjahres und zum andern in den Kirchenfarben violett und gelb gestaltet. So ist der Leutenbacher Kirchturm ein buntes Zeichen lebendiger Ökumene.